Pokémon GO

Russe ging in Kirche auf Monsterjagd

Weil er sich beim Spielen von Pokémon Go in einer Kirche gefilmt hatte, ist jetzt in Russland ein bekannter Blogger vor Gericht gestellt worden. Dem 22-jährigen Ruslan Sokolowski drohen bis zu sieben Jahre Haft wegen der Verletzung religiöser Gefühle und Anstachelung zum Hass.

Sokolowski hatte sich in einer russisch-orthodoxen Kirche in Jekaterinburg, einer Universitätsstadt am Uralgebirge, dabei gefilmt, wie er mit seinem Smartphone nach virtuellen Pokémon-Monstern jagt. Das im August auf YouTube veröffentlichte Video wurde mehr als 1,6 Millionen Mal aufgerufen. Die Vorwürfe der Anklage wies der Blogger zurück. Er sei Atheist und habe mit dem Video "kritische und polemische Ziele" verfolgt. Er habe aber niemanden beleidigen wollen und sei zu einer Entschuldigung bereit, wenn jemand sich beleidigt fühle.

Doch die Kirche könnte Milde walten lassen, denn der örtliche orthodoxe Metropolit (Bischof) erklärte, er sei bereit mit dem Blogger zu sprechen und sich für dessen Freilassung auszusprechen. Seine Voraussetzung: Ruslan muss im Gegenzug das Video aus dem Internet entfernen.

Ruslan Sokolowski ist ein überaus erfolgreicher russischer YouTube-Blogger - mehr als 270.000 Menschen folgen seinem Channel. In seinen Videos kritisiert er offen die russische Orthodoxe Kirche und die Religion.

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