Ergebnis einer Studie

Killer-Games stumpfen Gamer nicht ab


Wenn ein Jugendlicher Amok läuft, schreit in der Regel die Bevölkerung gleich, dass ein sogenanntes Killerspiel der Auslöser gewesen sein muss. Dass aber diese Games keinesfalls Auslöser oder Ursache derartiger Taten sind, hat jetzt eine Gruppe von Wissenschaftlern herausgefunden. Demnach stumpfen Shooter-Spiele nicht ab. Die meisten Experten sind sich zudem seit langem einig, dass Killerspiele und ein Amoklauf keine Kausalität darstellen.

Die Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover haben Gamern buchstäblich ins Hirn geschaut und sie kamen zu folgendem Ergebnis: Auch Core-Gamer sind so empathisch wie andere Menschen. Bisher wurde der Gemütszustand eines Spielers meist während oder kurz nach dem Spielen unter die Lupe genommen. Dabei beobachtete man eine Tendenz zur Abstumpfung gegenüber Gewalt. Oder zu erhöhter Aggressivität und zu verringerter Empathie. Allerdings sind solche Effekte im Zusammenhang mit einem hektischen Computerspiel, das einen Alarmzustand hervorruft, nicht unerwartet.

Die Frage ist, ob Spieler im realen Leben anders ticken. Nachdem die Wissenschaftler zunächst per Fragebogen von jedem Studienteilnehmer ein psychologisches Profil erstellt hatten, untersuchten sie per Kernspintomograf, wie die Probanden auf ihnen gezeigte Bilder reagieren, die gezielt ihr Mitgefühl herausfordern sollten. Das Ergebnis: Weder beim Fragebogen noch bei der Untersuchung des Gehirns zeigten sich Unterschiede. Ebenso wie bei den Nicht-Spielern seien bei den Gamern jene Hirnareale aktiv gewesen, die mit Mitgefühl verknüpft sind.

Man wird nicht Amokläufer, weil man ein brutales Computerspiel gespielt hat. So jemand hat im realen Leben solchen Hass auf bestimmte Menschengruppen entwickelt, die er für das eigene Scheitern verantwortlich macht, dass dann irgendwann ein ?Tag der Rache? kommt. Aber, was Forscher zweifelsfrei aufzeigen können, ist: Das Spielen von gewalthaltigen Spielen erhöht bei Gefährdeten, die ohnehin schon auf dem Weg Richtung Gewalt sind, das Risiko, dass sie tatsächlich gewalttätig werden. Es führt zu Empathieverlusten, es desensibilisiert, es erhöht das Risiko, das zeigen Längsschnittstudien. Es gibt einen eindeutigen Verstärkungseffekt.

Bei einem Amoklauf kommen viele Faktoren zusammen. Man tut niemandem einen Gefallen, die Ursache auf ein Computerspiel zu reduzieren. Dr. Christoph Ferguson von der Texas A&M Internationl University sagt, dass Gewaltspiele sogar helfen könnten, Frustrationen des realen Lebens besser zu bewältigen.

Impressum | office@funkygames.de | Funkygames