Vkontakte-Spiel Blue Whale

Online-Spiel treibt Teens in den Tod

Das Folgende ist kaum wirklich vorstellbar, aber offensichtlich wahr. In Russland gibt es auf dem russischen Social Media-Portal Vkontakte ein Online-Spiel, das Teenager in den Tod treibt. Das Spiel, das als Blue Whale bekannt ist, hat in den vergangenen Tagen mindestens drei junge Frauen dazu getrieben sich von Hausdächern zu stürzten oder sich vor einen Zug zu werfen.Wie verschiedene Medien berichten, untersucht jetzt eine Spezialeinheit der russischen Polizei die Fälle. Dafür werden auch ausdrücklich die sozialen Online-Kanäle der verstorbenen Teilnehmerinnen untersucht.

Blue Whale, das unter anderem auch in Kasachstan und Kirgisistan gespielt wird, sorgt für Angst, dabei klingt es so harmlos. Doch Blue Whale, das sich als Game tarnt, verleitet junge Menschen, die an Depressionen leiden, zum Suizid. Das sogenannte Spiel stellt allen Teilnehmern einen Administrator zur Seite, der dem Gamer über die nächsten 50 Tage 50 Aufgaben abverlangt. Diese Aufgaben haben alles eines zum Ziel: Den Tod.

Einige Teenager wurden aufgefordert, sich mit einem Rasiermesser einen Wal oder eine bestimmte Zahl in das Handgelenk oder eines der Beine zu ritzen, jeden Tag Horrorfilme zu schauen oder sich morgens um 04:20 Uhr selbst zu wecken. Haben die Jugendlichen die grausamen Aufgaben erfüllt, müssen sie dem Administrator Beweisfotos schicken. Der Spieler geht als Gewinner aus Blue Whale hervor, wenn er sich selbst das Leben nimmt. Ganz nach dem Motto: Wer stirbt, gewinnt.

Jugendliche, die das entsetzliche Spiel vorzeitig abbrechen möchten, erhalten Drohnachrichten und werden sukzessive in Panik versetzt. Äußerungen wie "Deine Mutter wird morgen die Bushaltestelle nicht erreichen" sollen die Teenager vor Angst vor der unbekannten Bedrohung letztendlich ebenso in den Tod treiben.

Die russische Ermittlungskommission konnte mittlerweile einen mutmaßlichen Drahtzieher verhaften, dem Anstiftung zum Selbstmord vorgeworden wird. Philipp Budeikin soll die Vkontakte-Gruppe für das Spiel gegründet und junge Menschen eingeladen haben. Er hat in einem verstörenden Interview zugegeben, dass er 17 Teenager zum Selbstmord begleitet hat. Er ist davon überzeugt, seine Opfer "starben glücklich". Budeikin ist sich keiner Schuld bewusst. Im Gegenteil - er hält sich für den Messias. "Ich gab ihnen, was sie ihm realen Leben nicht hatten: Wärme, Verständnis, Anschluss". Nach der Verhaftung des Russen gingen die Selbstmordzahlen zurück.

Noch nicht ganz klar ist, ob das Spiel nun wirklich echt oder doch nur ein dummer Hoax ist. Wer würde sich denn freiwillig so etwas Grausames antun? Die naheliegendste Erklärung: Labile Teenager mit Suizidgedanken und tiefschwarzem Humor.



iStock-Bild: 472300978 (gremlin)

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